| Teva Games - Bericht von Philip Baues |
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Die neue Freiheit!
Val Chisuella, Italien, 10.06.2010: Gerade habe ich den ersten Wettkampf der Teva-Extreme-Outdoor-Games hinter mich gebracht. Auf den Tag genau 1 Jahr nach meiner Schulterluxation an gleicher Stelle, habe ich diesmal den Parcours unbeschadet überstanden und somit das „Trauma“ Chisuella besiegt. Aber der Reihe nach: Zusammen mit Thilo Schmitt bin ich schon am Montag zuvor aufgebrochen, um mich im Tessiner Wildwasser auf den kommenden Wettkampf einzuschießen. Leider reichte das Wasser lediglich für den Ribo, aber mit seiner hohen Rutsche konnte dieser mal wieder mit einem ordentlichen Adrenalinschub überzeugen. Von dort ging es dann schnurstracks ins Piemont zu den Teva-Games. Nach dem ersten Run auf der Chisuella waren wir uns zwar einig, dass dies ein genialer Wildwasserbach ist, aber dafür umso ratloser, wie wir hier einen ordentlichen Wettkampf fahren sollten. Schwere Stufen, Wasserfälle, enge Durchfahrten und endlose Naturslaloms im unteren Abschnitt machten klar, dass hier nicht nur der beste Akku, sondern auch das Köpfchen entscheidend sein werden würde – galt es doch, möglichst alle Stellen mit der passenden Linie abzuspeichern. Zwei Trainingsläufe später sah dann alles aber schon viel besser aus und wir waren routenmäßig für das Race präpariert. Da mit den Kiwis Sam Sutton, Mike Dawson und Johann Roozenburg und dem Who is Who der europäischen Extreme-Race-Szene ein sehr gutes Starterfeld ins Rennen ging, waren meine persönlichen Erwartungen nicht allzu hoch: sauber runter kommen (vor allem ohne Verletzung) und es dann vielleicht in das King of the Fall Finale der besten 20 schaffen. Mit ein paar Fahrfehlern, aber ansonsten einem guten Run, konnte ich bis auf Platz 10 fahren, womit ich super happy war. Witzig war auch, dass mein Teamkollege Ron mir den ganzen Tag nicht von der Seite wich: im Long Distance Race startete er einen Platz nach mir, belegte dann Rang 11 und somit saßen wir auch im Top 20 Finale wieder zusammen auf dem Startblock. Hier lief es dann für Ron etwas besser und er fuhr auf einen guten 6 Platz, während ich mich nicht weiter verbessern konnte und auf Rang 10 blieb. Trotzdem war es cool zu sehen, dass ich wieder mit den schnellen Jungs mithalten kann. Im Mannschaftslauf mit dem Team Germany 2 zerstörte dann ein kleiner Stecker von mir alle Hoffnungen auf eine Top 3 Platzierung. Die Kiwis holten den Sieg vor Germany 1 und Slovenien. Am Freitag ging es dann runter nach Ivrea, um den Slalomparcours in Angriff zu nehmen. Schnell war allen klar, dass das hier kein Kindergeburtstag werden würde – der wuchtige Kanal sorgte für viele, viele Eskimorollen und unfreiwillige Freestylemoves. Auch ich hatte so meine Probleme und konnte das ganze restliche Wochenende keine passende Antwort auf diese Strecke finden. Bescheidene Platzierungen im Sprint und Slalom warfen mich letztendlich auf Platz 26 im Gesamtklassement zurück. Drei andere Deutsche machten es besser und Fabian Dörfler kassierte als Zweiter hinter Mike Dawson und vor Dejan Krajl ein ordentliches Preisgeld, während Thilo Schmitt mit Platz 4 und der Holzmedaille vorlieb nehmen musste. Lukas Kalkbrenner wurde overall sechster. In der Teamwertung blieben die Kiwis vorn, vor Slovenien und den Tchechen. Unser erstes Team kassierte leider im Slalom zwei 50er und war somit raus aus dem Titelrennen. Meine Mannschaft landete am Ende auf einem akzeptablen vierten Platz. Auch das frühe Ausscheiden im BoaterX am Sonntag hatte etwas gutes, da wir so pünktlich zum Anpfiff des Deutschlandspiels wieder zurück in Augsburg waren und den grandiosen Sieg unserer Jungs feiern konnten. Alles in allem war es mal wieder eine super Woche im Kajak und eine gute Vorbereitung auf die kommenden Aktionen. Danke an Uwe, Lukas, Fabian, Thilo und Jakobus! Bis zum Wochenende werde ich noch in Augsburg sein und trainieren, bevor es dann am 22.06. in den Flieger nach Island geht. Rock’n Roll!!! Ach ja, um kurz auf den Titel zurück zu kommen: ich hab vor gut zwei Wochen meine Diplomarbeit abgegeben und mich damit selbst für den kommenden Sommer in die Freiheit entlassen... das ein oder andere werde ich also in den nächsten Monaten noch von mir hören lassen...
Bis dahin, viel Spaß am Bach und beste Grüße! Philip |

